Einleitung
Subtraktives Design – das Erzeugen von Formen durch Entfernen von Material – ist eine der leistungsstärksten Funktionen von TinkerCAD. Dieser Leitfaden behandelt fortgeschrittene Lochkonstruktionen, komplexe Ausschnitte und praktische Anwendungen wie Kabelorganizer und modulare Aufbewahrungssysteme.
Die „Loch“-Funktion verstehen
Wie Bohrungen in TinkerCAD funktionieren
Im Gegensatz zu herkömmlicher CAD‑Software verwendet TinkerCAD einen einfachen, aber leistungsstarken Ansatz:
- Erstelle eine äußere Form (das feste Objekt)
- Erstelle eine innere Form (die zu entfernende Form)
- Markieren Sie die innere Form als „Hole“ (Loch).
- Beim Export wird die innere Form von der äußeren Form abgezogen
Grundprinzip
Die Lochform muss sich vollständig innerhalb der Außenkontur befinden. Ragt ein Teil über die äußere Begrenzung hinaus, funktioniert die Subtraktion nicht wie erwartet.
Ihr erstes Loch erstellen
Schritt-für-Schritt-Beispiel: Eine einfache Box mit Loch
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Außenbox erstellen: Einen Quader hinzufügen und die Maße auf 50 mm × 50 mm × 20 mm einstellen
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Inneres Loch erstellen: Fügen Sie einen weiteren Würfel hinzu und setzen Sie die Abmessungen auf 20 mm × 20 mm × 20 mm
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Positioniere das Loch: Position auf X=15 mm, Y=15 mm, Z=0 mm setzen (horizontal zentriert, bündig mit der Unterseite)
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Als Loch markieren: Wählen Sie den inneren Würfel aus, klicken Sie mit der rechten Maustaste und wählen Sie „Make a Hole“
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Prüfen: Der innere Würfel sollte nun transparent/geisterhaft erscheinen und damit als Loch gekennzeichnet sein
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Gruppieren: Beide Formen auswählen und Strg+G drücken, um sie zu gruppieren
Ergebnis: Beim Export erhalten Sie eine massive Box mit einem quadratischen Loch von 20 mm × 20 mm hindurch.
Praxisprojekt: Kabel-Organizer
Lass uns einen funktionalen Kabelorganisator mit mehreren Öffnungen für verschiedene Kabeltypen entwerfen.
Konstruktionsspezifikationen
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Gesamtmaße: 80 mm × 40 mm × 30 mm
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Material: PETG (langlebig für wiederholte Verwendung)
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Wandstärke: 2,5 mm
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Lochdurchmesser: 8 mm (USB), 12 mm (Strom), 15 mm (HDMI-Bündel)
Konstruktionsschritte
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Hauptkörper erstellen: Quader 80 mm × 40 mm × 30 mm
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Hohlraum erstellen: Würfel 75 mm × 35 mm × 25 mm, positioniert bei X=2,5 mm, Y=2,5 mm, Z=2,5 mm, als Loch markiert
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USB-Aussparung erstellen: Zylinder mit 4 mm Radius, 30 mm Höhe, positioniert bei X=15 mm, Y=20 mm, Z=0 mm, als Loch markiert
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Power-Hole erstellen: Zylinder mit 6 mm Radius, 30 mm Höhe, positioniert bei X=40 mm, Y=20 mm, Z=0 mm, als Loch markiert
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HDMI-Ausschnitt erstellen: Zylinder mit 7,5 mm Radius, 30 mm Höhe, positioniert bei X=65 mm, Y=20 mm, Z=0 mm, als Loch markiert
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Alle gruppieren: Alle Formen auswählen und zu einer Gruppe zusammenfassen
Konstruktionshinweise
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Lochtiefe: Löcher komplett durchgehen lassen (Höhe = Körperhöhe)
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Lochpositionierung: Löcher vertikal zentrieren (Y=20 mm für 40 mm breiten Körper)
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Abstand: Mindestens 10 mm zwischen den Lochmitten lassen, um die strukturelle Integrität zu erhalten
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Durchmessertoleranz: Für Kabel 1–2 mm Spiel zum tatsächlichen Kabeldurchmesser hinzufügen
Fortgeschrittene Lochtechniken
Technik 1: Gewindebohrungen
Für Schraublöcher erstellen Sie ein zylindrisches Loch, das geringfügig kleiner als der Schraubendurchmesser ist:
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M3-Schraube: Erzeuge ein Loch mit 1,5 mm Radius (3 mm Durchmesser)
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M4‑Schraube: Bohrung mit 2 mm Radius (4 mm Durchmesser) erstellen
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M5-Schraube: Ein Loch mit 2,5 mm Radius (5 mm Durchmesser) erstellen
Profi-Tipp: Die Schraube verformt beim Eindrehen das PLA leicht und erzeugt so einen sicheren Sitz.
Technik 2: Senkbohrungen
Für bündige Schraubenköpfe eine kegelförmige Vertiefung erstellen:
- Erstellen Sie ein zylindrisches Loch für den Schraubenschaft (z. B. 1,5 mm Radius).
- Erstellen Sie darüber einen Kegel (Basisradius 3 mm, Höhe 2 mm), um den Schraubenkopf zu versenken
- Beide als Löcher markieren
- Ergebnis: Ein Schraubenkopf schließt bündig mit der Oberfläche ab
Technik 3: Schlitze und rechteckige Ausschnitte
Für Kabelschlitze oder rechteckige Öffnungen:
- Erstellen Sie einen Quader mit den Maßen Ihres gewünschten Schlitzes (z. B. 30 mm × 5 mm × 20 mm)
- Positionieren Sie es an der Stelle, an der Sie den Schlitz haben möchten
- Als Loch markieren
- Ergebnis: Eine rechteckige Öffnung für Kabel oder Laschen
Komplexes Ausschnitt‑Beispiel: Modulares Aufbewahrungssystem
Entwerfen Sie stapelbare Aufbewahrungsboxen mit ineinandergreifenden Laschen und Schlitzen.
Konstruktionsspezifikationen
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Box-Abmessungen: 60 mm × 40 mm × 30 mm
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Laschenhöhe: 5 mm
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Schlitzbreite: 2,2 mm (für 2 mm Wandstärke)
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Material: PLA (kostengünstig für mehrere Exemplare)
Bauwesen
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Hauptbox erstellen: Quader 60 mm × 40 mm × 30 mm mit hohlem Inneren (2 mm Wandstärke)
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Seitliche Laschen erstellen: Zwei Quader 5 mm × 40 mm × 5 mm auf gegenüberliegenden Seiten (zum Stapeln)
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Schlitz-Ausschnitte erstellen: Vier rechteckige Löcher 2,2 mm × 40 mm × 5 mm auf benachbarten Seiten (zur Aufnahme der Laschen anderer Boxen)
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Trennschlitz erstellen: Ein rechteckiges Loch 2,2 mm × 40 mm × 28 mm in der Mitte (für optionale Trennwand)
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Alle gruppieren: Alles auswählen und gruppieren
Montagelogik
Beim Druck:
- Laschen an einer Box gleiten in Schlitze an den benachbarten Boxen.
- Boxen lassen sich vertikal und horizontal stapeln
- Optionale Trennwände werden in den mittleren Schlitz eingesetzt
- System ist modular und rekonfigurierbar
Lochpositionierungsgenauigkeit
Für eine präzise Lochpositionierung verwenden Sie diese Formel:
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Horizontale Mitte: Körperbreite ÷ 2 = X-Position
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Vertikales Zentrum: Körpertiefe ÷ 2 = Y-Position
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Tiefenposition: 0 (für Durchgangsbohrungen) oder ein bestimmter Z-Wert (für Sacklöcher)
Beispiel: Zentrieren einer Bohrung in einer 80 mm × 60 mm Box
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X-Position: 80 ÷ 2 = 40 mm
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Y-Position: 60 ÷ 2 = 30 mm
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Z-Position: 0 (für Durchgangsloch)
Häufige Fehler bei der Lochkonstruktion
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Fehler
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Problem
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Lösung
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Loch ragt über die Außenkontur hinaus
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Subtraktion schlägt fehl; Loch erscheint nicht
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Sicherstellen, dass das Loch vollständig innerhalb der äußeren Kontur liegt
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Loch für den vorgesehenen Zweck zu klein
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Kabel passt nicht; Schraube lässt sich nicht eindrehen
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Fügen Sie 1–2 mm Spiel zu den Ist-Maßen hinzu
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Mehrere Löcher zu nah beieinander
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Dünne Wände zwischen den Löchern; Teile brechen
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Mindestens 3 mm Wandstärke zwischen Bohrungen einhalten
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Vergessen, als Loch zu markieren
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Innere Form wird massiv gedruckt
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Innere Form auswählen und mit Rechtsklick „Make a Hole“ wählen
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Loch außermittig positioniert
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Optisch schlecht; funktionale Probleme
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Verwenden Sie eine Positionierungsformel, um exakt zu zentrieren
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Designs mit Löchern exportieren
Wenn Sie ein Design mit Löchern exportieren:
- TinkerCAD führt die Subtraktion automatisch aus
- Die exportierte STL-Datei enthält die endgültige Geometrie (keine separaten Lochobjekte)
- Ihre Slicer‑Software erkennt ein einziges massives Objekt mit Aussparungen
Profi-Tipp: Drehe dein Design vor dem Export und überprüfe, ob die Löcher aus allen Blickwinkeln korrekt erscheinen.
Wichtige Erkenntnisse
- Bohrungen müssen vollständig innerhalb der äußeren Konturen liegen
- Verwenden Sie Zylinder für runde Löcher, Würfel für rechteckige Ausschnitte
- Für Funktionsbohrungen (Kabel, Schrauben) 1–2 mm Spiel einplanen
- Mindestens 3 mm Wandstärke zwischen Bohrungen einhalten
- Verwenden Sie präzise Positionierungsformeln für zentrierte Bohrungen
- Markieren Sie alle Lochformen, bevor Sie gruppieren und exportieren
Nächster Teil der Serie: Text hinzufügen, Modelle importieren & erweiterte Funktionen